Werkrealschule

Informationen zum pädagogischen Konzept

Pädagogisches Leitprinzip der Hauptschule/Werkrealschule ist eine durchgängige individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler.

Dazu gehören:
•    Einsatz von Pädagogischen Assistentinnen und Assistenten zur Unterstützung der Lehrkräfte im Unterricht und für Differenzierungsmaßnahmen
•    Stärkung der Basiskompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathematik durch zusätzliche Stunden in der Kontingentstundentafel.
•    Lernstandserhebungen in Klasse 5 in den Fächern Deutsch und Mathematik und den Vergleichsarbeiten VERA 8 in den Fächern Deutsch, Mathematik und der Pflichtfremdsprache mit anschließenden Fördermaßnahmen

Gezielte Förderangebote ab Klasse 5

Das Lernen in Hauptschulen und Werkrealschulen  ist auf die Bildungsbedürfnisse und auf den Bildungsanspruch von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen zugeschnitten. Hauptschulen und Werkrealschulen / stellen sich auf die individuelle Förderung unterschiedlicher Begabungen, Neigungen, Interessen, Kultur- und Sozialerfahrungen ein. Sie nehmen die individuellen Lernvoraussetzungen ihrer Schülerinnen und Schü-ler auf, fördern Motivation und Leistungsbereitschaft und führen die Schülerinnen und Schüler zu gesicherten Lernergebnissen.

Lernstand 5

Lernstand 5 ist ein förderdiagnostisches Verfahren für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 5 und zeigt in den Kernfächern Deutsch und Mathematik auf, bezüglich welcher Basiskompetenz (z. B. Leseverstehen) die Schülerin oder der Schüler in der Orientierungs-stufe einer weiteren Unterstützung bedarf. Wie bei allen Lernstandserhebungen wird auch Lernstand 5 nicht benotet und ist nicht Teil der Leistungsbewertung des Schülers. Das Ver-fahren legt den Grundstein für das individuelle Weiterlernen in der Sekundarstufe I. Umfas-sende Informationen zum Lernstand 5 finden Sie hier.

Pädagogische Assistentinnen und Assistenten

Pädagogische Assistentinnen und Assistenten unterstützen die Lehrkräfte bei Differenzierungs- und Fördermaßnahmen und verbessern so den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler.

Kompetenzanalyse Profil AC an Schulen

In Klasse 7 findet eine umfassende Kompetenzanalyse statt. Das Profil Assessment-Center (AC) hat zum Ziel, eine systematische Bewertung der individuellen, überfachlichen und berufsbezogenen berufsorientierenden Potenziale der Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen. Die Ergebnisse werden in einem individuellen „Kompetenzprofil“ dargestellt. Das Kompetenzprofil zeigt Fähigkeiten und Talente der Schülerinnen und Schüler auf und unterstützt diese in ihrer beruflichen Orientierung. Es ist ein wichtiges Element der individuellen Förderung und ermöglicht die gezielte Förderung überfachlicher Kompetenzen.

Kooperative Berufsorientierung (KooBo)

KooBO ist ein Projekt zur Förderung der beruflichen Orientierung. Schülerinnen und Schüler arbeiten gemeinsam mit einem Lehrer und mit außerschulischen Kooperationspartnern ein ganzes Schuljahr lang an der Lösung eines realen beruflichen Projekts. Inhalt, Kooperati-onspartner und Vorgehensweise sind dabei frei wählbar. Die meisten  Schulen arbeiten mit lokalen Handwerksbetrieben zusammen. In den vergangenen Schuljahren haben Schülerin-nen und Schüler beispielsweise Möbel für ihren Schulhof designt, gebaut und aufgestellt.

Berufswegeplanung ist Lebensplanung

Von zentraler Bedeutung ist die frühzeitige Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit ihren Wünschen und Vorstellungen, Perspektiven und Möglichkeiten in Bezug auf ihre Lebens- und Berufswegeplanung. Ausgehend von Interessen und Fähigkeiten werden die Schülerinnen und Schüler in einem langfristig angelegten Prozess befähigt, sich reflektiert und verantwortungsbewusst für eine Berufsausbildung zu entscheiden.

Intensive Berufswegeplanung ab Klasse 5

Bereits in Klasse 5 und 6 erhalten sie Einblicke in die Realität der Arbeits- und Berufswelt. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Berufen im lokalen, privaten und familiären Umfeld auseinander und erweitern so ihre Perspektiven.

Betriebs-und Arbeitsplatzerkundungen/Praktika

Ein wichtiges Instrument stellen Betriebs- und Arbeitsplatzerkundungen sowie Praktika dar. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in die reale Arbeitswelt, entwickeln eigene Vorstellungen und Fragestellungen und sammeln persönliche Erfahrungen und Eindrücke in verschiedenen Berufsfeldern. Die Jugendlichen absolvieren mindestens 20 Praxistage in den Klassenstufen 7 bis 9 beziehungsweise 7 bis 10. Durch unterschiedliche Organisationsformen kann sich die Anzahl der Praxistage individuell erhöhen.

Wahlpflichtfächer ab der Klassenstufe 8

Durch die gezielte Entscheidung für ein Wahlpflichtfach, erwerben die Jugendlichen zusätzliche vorberufliche Kenntnisse und Fertigkeiten. Die Schülerinnen und Schüler erweitern durch die Verzahnung von Realerfahrungen und Reflektion im Unterricht ihre Kenntnisse über Berufe, die Anforderungen, die mit den jeweiligen Berufen einhergehen sowie ihre eigenen beruflichen Möglichkeiten.

Die Fächer "Berufsorientierende Bildung" und "Kompetenztraining"

Seit dem Schuljahr 2012/2013 ist die Berufswegeplanung durch die Fächer Berufsorientierende Bildung und Kompetenztraining noch breiter angelegt.

Kompetenztraining

Förderung und Ausbau der personalen, sozialen und methodischen Kompetenz der Schülerinnen und Schüler.

Berufsorientierende Bildung

Um den Übergang von der Schule in die Arbeits- und Berufswelt erfolgreich zu gestalten, beinhaltet das Fach Berufsorientierende Bildung Themenfelder, denen entsprechende Kompetenzen und Inhaltsbeispiele zugeordnet sind.

Erweiterte Praktikumsphasen für Schülerinnen und Schüler, die den Hauptschulabschluss am Ende von Klasse 10 anstreben

Je nach Organisation der Schule werden Praktika an einem Tag, an zwei Halbtagen oder im Block eingerichtet. Im Unterricht reflektieren die Schülerinnen und Schüler das Erlebte.
Trainingsmodule für Schülerinnen und Schüler, die den Hauptschulabschluss am Ende von Klasse 10 anstreben sind auf Bildung stärkt Menschen zu finden, ebenso Curricula als Planungshilfen und Anregungen für den Unterricht.

Externe Experten

Expertinnen und Experten aus der Berufs- und Arbeitswelt werden in die Auseinandersetzung mit dem Themenbereich Berufsorientierung/Berufswahl einbezogen. Den Agenturen für Arbeit und den regionalen Angeboten der Verbände und Kammern der Wirtschaft kommt hier eine besondere Bedeutung zu.

Lokale Netzwerke und Bildungspartnerschaften optimieren die Zusammenarbeit der Schulen mit den örtlichen Betrieben

Lokale Netzwerke und Kooperationen zwischen Schule und Arbeitswelt beeinflussen den Prozess der Berufswegeplanung positiv. Besondere Berücksichtigung finden hier die Angebote der Landesarbeitsgemeinschaft Schule/Wirtschaft und deren regionale Arbeitskreise sowie der Aufbau von Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen.
Ziel ist es, den Prozess des Übergangs aus der Schule in eine Berufsausbildung langfristig vorzubereiten und die Jugendlichen bei einer realistischen und zielführenden Entscheidungsfindung zu begleiten.

Individuelle Wahlmöglichkeit des Schulabschlusses

Die Schülerinnen und Schüler wählen zusammen mit ihren Erziehungsberechtigten bis zum 1. Februar eines jeden Jahres nach einer qualifizierten Beratung durch die Lehrkräfte eine der Optionen aus:

•    Werkrealschulabschluss am Ende von Klasse 10 (Mittlerer Schulabschluss);
•    Hauptschulabschluss am Ende von Klasse 9;
•    Hauptschulabschluss am Ende von Klasse 10.

Schülerinnen und Schüler, die die Option Werkrealschulabschluss wählen, werden nach Erreichen des Klassenziels von Klasse 9 in die Klasse 10 versetzt. Mit der Versetzung ist automatisch ein dem Hauptschulabschluss gleichwertiger Bildungsstand erreicht.
Der Besuch der Klasse 10 mit dem Ziel des Werkrealschulabschlusses setzt die Teilnahme am Englischunterricht voraus.
Für Schülerinnen und Schüler, die die Option "Hauptschulabschluss in Klasse 10" wählen, wird die Versetzung von Klasse 9 in die Klasse 10 nicht ausgesprochen. Sie erhalten am Ende von Klasse 9 eine schriftliche Dokumentation ihres Leistungsstandes.

Differenzierte Elternberatung

Individuelle Förderung erfordert kontinuierliche Rückmeldungen an die Eltern zur Lern- und Leistungsentwicklung ihres Kindes. Daher wird den Eltern auf Wunsch in allen relevanten Bereichen, in Bezug auf die Wahl einer anderen schulischen Laufbahn, auf dem Weg zum Schulabschluss oder im Hinblick auf die Aufnahme einer Berufsausbildung eine Beratung angeboten.

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