Schulsystem

Schulleistungsstudien

Internationale Vergleichsstudien

Der durch TIMSS im Jahr 1995 eingeleitete Vergleich mit internationalen Standards hat eine intensive und äußerst fruchtbare fachdidaktische Diskussion über die Art und Weise bewirkt, wie in deutschen Schulen unterrichtet wird beziehungsweise wie Lehr- und Lernprozesse gestaltet werden.

Im Jahr 1997 beschloss die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) die regelmäßige Beteiligung an internationalen Schulleistungsuntersuchungen (so genannte Konstanzer Beschlüsse der KMK), um gesicherte Befunde über Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen in zentralen Kompetenzbereichen zu erhalten.

Um die Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungswesens im internationalen Vergleich feststellen und notwendige Reformschritte einleiten zu können, nehmen die Länder zusammen mit dem Bund (Bundesministerium für Bildung und Forschung) an internationalen Vergleichsuntersuchungen teil. Die Teilnahme an den internationalen Studien bildet auch ein wesentliches Element der auf abgesicherten Daten und statistischen Kennziffern beruhenden Bildungsberichterstattung.

Ländervergleich

Der Ländervergleich ist eine von mehreren Maßnahmen, die die Kultusministerkonferenz in ihrer Gesamtstrategie zum Bildungsmonitoring beschlossen hat. Ziel des Ländervergleichs ist es festzustellen, inwieweit Schülerinnen und Schüler in Deutschland die nationalen Bildungsstandards, die in allen Bundesländern verbindlich sind, erreichen und an welchen Stellen Steuerungsbedarf besteht. Der Ländervergleich wird in der Primarstufe alle fünf Jahre und in der Sekundarstufe I alle drei Jahre durchgeführt. Er gibt den Ländern Rückmeldungen über das von Schülerinnen und Schülern erreichte Kompetenzniveau in den getesteten Bereichen. Der Vergleich ist Teil eines umfassenden Systems von Lernstandserhebungen, das zusammen mit einer kompetenzorientierten Unterrichtsentwicklung auf die Sicherung von Bildungsqualität abzielt. Die Ergebnisse werden auf der Ebene der Schulsysteme der Länder ausgewertet.

IGLU

Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung

Mit PIRLS/IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) wird das Leseverständnis von Schülerinnen und Schülern der vierten Jahrgangsstufe international vergleichend getestet. 2001 fand die erste IGLU-Erhebung statt, 2006 und 2011 wurde IGLU erneut unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Wilfried Bos vom Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) Dortmund durchgeführt.

PISA 

Das "Programme for International Student Assessment" (PISA) ist die internationale Schulleistungsstudie der OECD. Die Studie untersucht, inwieweit Schülerinnen und Schüler gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit die Kenntnisse und Fähigkeiten für eine volle Teilhabe an der Wissensgesellschaft erworben haben.

Weitere Hinweise: OECD/PISA

TIMSS

Trends in International Mathematics and Science Study

TIMSS ist eine international vergleichende Schulleistungsuntersuchung, die seit 1995 im vierjährigen Turnus von der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) durchgeführt wird.

TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) umfasst das mathematische und naturwissenschaftliche Grundverständnis von Schülerinnen und Schülern am Ende der 4. Jahrgangsstufe in einem vierjährigen Rhythmus. TIMSS ergänzt die internationale Lesestudie IGLU um die Domänen Mathematik und Naturwissenschaften.

Hauptziel dieser Grundschulstudie ist die Beschreibung und Erklärung der mathematischen und naturwissenschaftlichen Grundbildung von Schülerinnen und Schülern der vierten Jahrgangsstufe.

TOSCA

TOSCA ist eine Mehrkohorten-Längsschnittstudie, die über einen Zeitraum von 10 Jahren den Lebensweg junger Erwachsener von der gymnasialen Oberstufe, in die Hochschule oder Ausbildung bis zum Eintritt in die Berufswelt begleitet. Die TOSCA-Studie ist deutschlandweit die größte wissenschaftliche Untersuchung dieser kritischen Bildungsübergänge.

Die ursprüngliche Kohorte (TOSCA-2002) zählt etwa 5.000 Abiturientinnen und Abiturienten beruflicher und allgemeinbildender Gymnasien. Die erste Datenerhebung fand 2002 statt und umfasste den Einsatz standardisierter Leistungstests sowie ausführlicher Schüler- und Elternfragebögen.

Im Jahr 2006 wurde eine zweite Kohorte in die Untersuchung aufgenommen (TOSCA-2006), nachdem in Baden-Württemberg eine substantielle Neuordnung der gymnasialen Oberstufe etabliert wurde. Beide Kohorten werden im zweijährigen Abstand wiederholt befragt.

Eine weitere dritte Kohorte (TOSCA-10) erlaubt es darüber hinaus, den Übergang in die gymnasiale Oberstufe von Schülerinnen und Schülern zu untersuchen, die zuvor einen nicht-gymnasialen Bildungsgang besucht haben.



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