24.11.2016

Ganztagsgipfel zur Zukunft der Ganztagsschule

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann: „Für die
Weiterentwicklung der Ganztagsschule gilt: Erst zuhören,
dann auswerten, dann entscheiden“

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann tauscht sich heute (24. November) mit allen beteiligten Akteuren über deren Erfahrungen und Erwartungen hinsichtlich der Zukunft der Ganztagsschule im Land Baden-Württemberg aus. An dem Ganztagsgipfel im Kultur- und Kongresszentrum „K“ in Kornwestheim nehmen mehr als 500 Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Schüler, außerschulische Bildungspartner, Schulleitungen, Schulträger und Vertreter der Lehrerverbände sowie der Schulverwaltung teil. „Ganztagsangebote erfüllen in Baden-Württemberg seit mehr als 40 Jahren zwei grundlegende Aufträge“, sagte die Ministerin bei der Eröffnung der Veranstaltung. „Einerseits ermöglichen sie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Andererseits stellen sie sicher, dass alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen von einer umfassenden und hochwertigen Bildung profitieren können. Mein Ziel ist es, heute im Gespräch mit allen Beteiligten über einen bedarfsgerechten und familienfreundlichen Ausbau der bestehenden Modelle zu beraten“, so Eisenmann.

Derzeit besteht bei 2.070 von mehr als 5.100 öffentlichen und privaten Schulen in Baden-Württemberg ein Ganztagsangebot (38,5 Prozent); insgesamt 23,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler besuchten im Schuljahr 2015/16 eine Ganztagsschule. Ziel der Landesregierung ist, diese Angebote quantitativ und qualitativ auszuweiten. „Wir wissen, dass sich längere Lernzeiten und ein ganzheitlicher Bildungsauftrag positiv auf den Lernerfolg unserer Schülerinnen und Schüler auswirken“, sagte Eisenmann vor den Gipfelteilnehmern. Gleichwohl sei es wichtig, den unterschiedlichen Bedürfnissen von Eltern und Schulen nach Ganztagsbetrieb auf der einen Seite und flexibler Nachmittagsbetreuung auf der anderen Seite gerecht zu werden. „Wir wollen den Familien und den Schulen in Baden-Württemberg Wahlfreiheit und Flexibilität ermöglichen“, unterstrich die Ministerin den Angebotscharakter der Ganztagsschulen.

Bisher ist das Ganztagsangebot im Land vielfältig und abhängig von der Schulart: Während die ab den 1970er Jahren eingeführten Ganztagsschulen noch heute als Schulversuche bestehen, ist die Ganztagsgrundschule seit dem Schuljahr 2014/15 im Schulgesetz verankert. Die Gemeinschaftsschule ist sowohl in der Primar- als auch in der Sekundarstufe grundsätzlich eine Ganztagsschule.

Diese Angebotsvielfalt soll auf dem Gipfel zunächst bilanziert und die Möglichkeiten ihrer Weiterentwicklung diskutiert werden. In acht Foren haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Vorschläge zu verschiedenen thematischen Aspekten einzubringen und neue Ansätze zu entwickeln. Um eine schülergerechte Rhythmisierung des Schultages wird es ebenso gehen wie um die Möglichkeiten der Harmonisierung verschiedener Ganztagsschulmodelle und den Ausbau des Ganztagsbetriebs an den weiterführenden Schulen. „Mir ist wichtig, dass wir eine pädagogische Sichtweise auf die Ganztagsschule mit in diesen Tag nehmen. Im Mittelpunkt müssen die Bedürfnisse unserer Kinder und Jugendlichen stehen“, eröffnete Kultusministerin Eisenmann die Arbeit in den Workshops.

Am Nachmittag treffen sich die Teilnehmer zur Vorstellung der Ergebnisse. Entscheidungen über das weitere Vorgehen sollen aber erst nach einem zweiten Ganztagsgipfel im Frühjahr 2017 getroffen werden. „Für die Weiterentwicklung der Ganztagsschule gilt: Erst zuhören, dann auswerten, dann entscheiden“, so Eisenmann.

  • Eine Übersicht über die bestehenden Ganztagsangebote finden Sie auf dem Veranstaltungsflyer.

 Weitere Informationen:
Mit dem Ganztagsgipfel beginnt das Kultusministerium mit der Umsetzung eines im grün-schwarzen Koalitionsvertrag definierten Ziels. Dort heißt es auf Seite 27: „Wir werden überprüfen, ob die verschiedenen bestehenden Modelle für den Ganztag den unterschiedlichen Bedürfnissen von Schulen und Eltern im Land gerecht werden und werden eine Harmonisierung anstreben. Bei dieser Prüfung werden wir die Eltern, die Schulen und die Kommunen sowie die anderen beteiligten Gruppen mit einbeziehen. Im Vorfeld dazu werden wir als Auftakt einen Ganztags-Gipfel einberufen.“

 Hintergrund: Workshop-Auswahl

Workshop 1

Was muss die Ganztagsschule leisten? – Vereinbarkeit vonVerlässlichkeit, Flexibilisierung und Rhythmisierung

Workshop 2

Ganztagsschule oder Betreuung? – Zweierlei Angebote,
unterschiedliche Ansätze

Workshop 3

Verschiedene Ansätze: Möglichkeiten der Harmonisierung der
Ganztagsschulmodelle in der Primarstufe/in der Sekundarstufe I

Workshop 4

Rhythmisierung und Stundentafel – Spielräume für die Ganztagsschule in der Sekundarstufe I

Workshop 5

Neue Ganztagsgrundschule (§ 4 a Schulgesetz):
Zwischenbilanz und Handlungsbedarf

Workshop 6

Öffnung der Ganztagsschule in das gesellschaftliche Umfeld –
Chancen und Grenzen der Mitwirkung

Workshop 7

Die Organisation der Mittagspause im Spannungsbogen zwischen
Vereinheitlichung und Gestaltungsspielräumen

Workshop 8

Das „Mehr an Zeit“ nutzen: Qualitätskriterien für Ganztagskonzepte

Ergebnisse des Ganztagsgipfel 2016

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