04.04.2014

Anmeldezahlen der weiterführenden Schulen: Weiterer Rückgang an Haupt- und Werkrealschulen

Kultusminister Andreas Stoch MdL: "Die Kommunen müssen auf den Rückgang der Schülerzahl reagieren. Die regionale Schulentwicklung ermöglicht es ihnen, gemeinsam mit ihren Nachbarn die zukünftige Schullandschaft in ihrer Region zu gestalten. Nur so können alle weiterführenden Schulabschlüsse erhalten werden."

Der demografisch bedingte Rückgang der Schülerzahlen geht weiter. Nach den landesweiten Anmeldezahlen zu den weiterführenden Schulen für das Schuljahr 2014/2015, die dem Kultusministerium jetzt vorliegen, werden fast alle Schularten Schülerinnen und Schüler verlieren. Lediglich die Gemeinschaftsschule gewinnt - unter anderem auch durch den Anstieg der Schulstandorte - hinzu. Am stärksten ist der Rückgang bei der Haupt- und Werkrealschule, aber auch bei Gymnasium und Realschule wird die Schülerzahl abnehmen. Insgesamt gibt es in den fünften Klassen ein Minus von 2.213 Schülerinnen und Schülern, die Gesamtzahl ist von 86.160 auf 83.947 gesunken (siehe Tabelle).

"Die Kommunen müssen auf den Rückgang der Schülerzahl reagieren. Die regionale Schulentwicklung ermöglicht es ihnen, gemeinsam mit ihren Nachbarn die zukünftige Schullandschaft in ihrer Region zu gestalten. Nur so können alle weiterführenden Schulabschlüsse erhalten werden", erklärte Kultusminister Andreas Stoch. Die Gesetzesänderung zur regionalen Schulentwicklung soll demnächst in den Landtag eingebracht werden und ab dem kommenden Schuljahr gelten. Die Staatlichen Schulämter und Regierungspräsidien haben den Prozess in einigen Kommunen bereits eingeleitet. 

Bei den Haupt- und Werkrealschulen hat sich der seit 2001 einsetzende Rückgang der Schülerzahlen in den fünften Klassen weiter fortgesetzt. Die Zahl der Anmeldungen für die fünfte Klassenstufe dieser Schulart lag 2014 noch bei 7.564 Schülerinnen und Schüler. Gegenüber 2013 gab es ein Minus von 2.891 Anmeldungen. Damit ist die Anmeldequote an den Haupt- und Werkrealschulen wie im Jahr zuvor um etwa ein Viertel zurückgegangen. Der Anteil liegt jetzt bei 9 Prozent. Dabei gibt es beträchtliche regionale Unterschiede, da die Quote im Regierungsbezirk Stuttgart von 11,8 auf 6,8 Prozent deutlich stärker gesunken ist als in den anderen Regierungsbezirken.

Auch bei der Realschule geht der Rückgang in einer ähnlichen Größenordnung wie im Vorjahr weiter, da die Schulart gegenüber 2013 erneut 2.289 Schülerinnen und Schüler bei den Anmeldungen verloren hat. Sie liegt jetzt als zweitgrößte Schulart bei 29.340 Anmeldungen. Beim Gymnasium gibt es erstmals einen Rückgang von 1.352 Fünftklässlern auf insgesamt 36.986. Die Übertrittsquote von 44,06 Prozent zeichnet das Gymnasium weiterhin als beliebteste Schulart aus, obwohl der prozentuale Anteil leicht gesunken ist. 

Die Gemeinschaftsschule hat von 5.738 auf 10.057 Schülerinnen und Schüler zugelegt und ist damit bei den Anmeldezahlen drittgrößte Schulart.

Um bei den Haupt- und Werkrealschulen pädagogisch möglichst sinnvolle Klassen- und Gruppengrößen zu erreichen, werden die Staatlichen Schulämter bei Schulen mit wenigen Anmeldungen prüfen, ob die Schülerinnen und Schüler an einem besser nachgefragten Schulstandort in zumutbarer Entfernung unterrichtet werden können. "Die Schulbehörden werden darauf achten, im Vorfeld die betroffenen Schulen, Eltern und Schulträger einzubinden", versicherte Stoch. Entscheidend für eine Schülerlenkung ist die Mindestschülerzahl von 16 Schülerinnen und Schülern in der Eingangsklasse. Sollte eine Schülerlenkung nicht möglich sein, besteht in Einzelfällen die Möglichkeit, jahrgangsübergreifend zu unterrichten.

Der Kultusminister sichert den Lehrerinnen und Lehrern insbesondere der Haupt- und Werkrealschulen, die von der Entwicklung betroffen sind, einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Einsatz in anderen Schulen zu. Die Schulverwaltung werde einvernehmlich mit den Betroffenen die bestmögliche Lösung für sie finden. 



Entwicklung der Anmeldezahlen an öffentlichen weiterführenden Schulen 2014_2015

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