09.10.2014

Internationaler Kongress "Die hundert Sprachen der Kinder"

Staatssekretärin v. Wartenberg: „Bildungspolitik muss früh ansetzen, um ungleiche Startvoraussetzungen junger Menschen auszugleichen. Deshalb setzen wir jetzt auch bei den Flüchtlingskindern auf Sprachförderung von Anfang an.“

In der Liederhalle Stuttgart hat heute (9. Oktober) der internationale Kongress "Die hundert Sprachen der Kinder" begonnen. Der Kongress macht Erkenntnisse aus Forschung und Kita-Praxis öffentlich und setzt neue Impulse für die Sprachförderung und Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen. Er richtet sich an Erzieherinnen und Erzieher, Sprachförderkräfte, Lehrkräfte und Eltern. Mehr als 500 angemeldete Teilnehmer werden erwartet. Veranstalter des Kongresses sind die Landeshauptstadt Stuttgart und das Kultusministerium.

„Gute Bildungspolitik muss möglichst früh ansetzen, um ungleiche Startvoraussetzungen junger Menschen auszugleichen. Deshalb setzt Baden-Württemberg einen Schwerpunkt auf eine frühe und gute Sprachförderung“, sagte Staatssekretärin Marion v. Wartenberg. „Die vielen Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die jetzt zu uns kommen, erfordern eine schnelle Unterstützung. Um ihnen einen guten Start in Baden-Württemberg zu ermöglichen, hat die Landesregierung zusätzliche Mittel für die Sprachförderung bereitgestellt.“

Internationale Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft und Praxis stellen in Vorträgen und Fachgesprächen vor, wie Erzieherinnen und Erzieher die Sprachentwicklung besser fördern, und wie Kinder auch ohne deutsche Sprachkenntnisse beim Spracherwerb unterstützt werden können. Sie beziehen gesellschaftliche und pädagogische Herausforderungen bei dieser Problematik ebenso ein wie die Chancen, die sich aus dieser Vielfalt ergeben. Bürgermeisterin Isabel Fezer: „Ich erwarte mir von diesem Kongress Antworten darauf, wie wir sozial sensibler, vorurteilsbewusster und sprachlich vorbildlicher den spielerischen Alltag der Kinder begleiten können. Denn: Kinder haben ein Recht auf umfassende, inklusive Bildung, diese Investitionen lohnen sich!“

Mehr Zeit für das einzelne Kind durch kleinere Gruppen

Das Konzept der Sprachförderung in allen Tageseinrichtungen für Kinder mit Zusatzbedarf (SPATZ), sei, so v. Wartenberg, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Zum Kindergartenjahr 2014/2015 hat das Kultusministerium das Sprachförderprogramm SPATZ verbessert und mit mehr Mitteln ausgestattet. Die deutlich kleineren Gruppen erhöhen die Qualität der Spracherziehung und erleichtern die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher. In Kitas mit einem Migrantenanteil von mindestens 80 Prozent ist die Gruppengröße von bislang zehn auf jetzt fünf Kinder je Gruppe halbiert worden. „Damit stärken wir insbesondere Kinder mit Deutsch als Zweitsprache und ermöglichen ihnen einen guten Übergang in ihre schulische Laufbahn“, erläutert Marion v. Wartenberg. Zusätzlich zu den Mitteln für SPATZ stellt das Kultusministerium je 1,2 Millionen Euro in den Jahren 2015 und 2016 für die Förderung von Kindern aus Zuwanderer- und Flüchtlingsfamilien zur Verfügung. Die Mittel sollen insbesondere für die intensive Sprachförderung eingesetzt werden.

Alle Infos zum Kongress, zu den Referenten und zum Programm finden sich unter: www.hundert-sprachen.de

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