Anlass und Bestandteile der Reform

Bildungsplanreform 2016


Ziel der Bildungsplanreform 2016 ist die Stärkung der Bildungsgerechtigkeit in Baden-Württemberg. Durch mehr Klarheit in den Anforderungen und den Abbau von Bildungshürden wird die Durchlässigkeit im baden-württembergischen Bildungssystem erhöht und damit die Grundlage für eine systematische individuelle Förderung und den Umgang mit Heterogenität geschaffen.

Die neuen Bildungspläne werden ab dem Schuljahr 2016/2017 in den Grundschulen und den weiterführenden allgemein bildenden Schulen sowie denjenigen Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, die die Bildungsgänge der allgemeinen Schulen führen und für die der Plan eine wichtige Orientierungsgrundlage ist, nach einem aufwachsenden Prinzip eingeführt.

Grundschule

Der neue Bildungsplan der Grundschule knüpft an den baden-württembergischen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im vorschulischen Bereich an und schafft die Grundlage für alle weiterführenden Bildungsgänge.

Sekundarstufe I

Für die Sekundarstufe I entsteht ein schulartübergreifender gemeinsamer Bildungsplan für Werkrealschulen/Hauptschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen. In diesem gemeinsamen Bildungsplan werden die unterschiedlichen Anforderungen in Niveaustufen (grundlegendes, mittleres, erweitertes Niveau) definiert, die zu den verschiedenen Abschlüssen führen.

Gymnasium

Für das Gymnasium wird ein durchgängiger und eigenständiger, aber vom gemeinsamen Plan nicht unabhängiger Bildungsplan von Klasse 5 bis zur allgemeinen Hochschulreife entwickelt. Dabei entspricht die Sekundarstufe II des G8 (10. bis 12. Schuljahr) der Sekundarstufe II der Gemeinschaftsschule (11. bis 13. Schuljahr).

Gemeinschaftsschule

Für die Gemeinschaftsschulen wird es zusätzlich zum gemeinsamen Plan der Sekundarstufe I einen Oberstufenplan geben. Das erweiterte Niveau des gemeinsamen Bildungsplans der Sekundarstufe I ist zusammen mit dem Oberstufenplan der Gemeinschaftsschule anforderungsgleich mit dem Bildungsplan für das allgemein bildende Gymnasium. Somit wird ein durchgängiger neunjähriger Bildungsgang zum Abitur beschrieben.

Kompetenzorientierung

Als erstes Land hat Baden-Württemberg 2004 seine Bildungspläne für die allgemein bildenden Schulen vollständig auf kompetenzorientierte Bildungspläne umgestellt. Diese konsequent weiterzuentwickeln ist ein wichtiges Ziel der laufenden Reform. Deshalb wurden die Kompetenzformulierungen weiter präzisiert und differenziert.

Leitperspektiven

In den neuen Bildungsplänen sind Leitperspektiven verankert, die einerseits auf die Stärkung der Persönlichkeit, Teilhabe und Gemeinschaftsbildung (allgemeine Leitperspektiven) und andererseits auf konkrete Orientierung in der modernen Lebenswelt (themenspezifische Leitperspektiven) abzielen.

Beteiligung

Die Bildungspläne wurden unter breiter Beteiligung von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit weiterentwickelt. Anregungen und Rückmeldungen wurden über den gesamten Prozess hinweg in die Bildungsplanarbeit einbezogen.

KMK-Bildungsstandards

Wie in allen Ländern dienen die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) als Leitlinie für neue Lehr- und Bildungspläne. Im Rahmen der Bildungsplanreform erfolgte ein systematischer Abgleich mit allen vorliegenden KMK-Bildungsstandards.

Weiterführende Links

www.bildungsplaene-bw.de
www.bildungsnavi-bw.de

Fußleiste