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Bildungs- und Entwicklungsfeld: Denken

Die Denkentwicklung beginnt mit der Strukturierung von sinnlichen Wahrnehmungen und Handlungen. Denken ist dabei von Anfang an auf Beziehung angewiesen. Das Kind braucht von seinen Bezugspersonen emotionale, nonverbale und verbale Anregungen und Reaktionen auf sein Handeln. Gelingt dieser Dialog nicht, wird es in der Entwicklung seines Denkens gehindert. Das Gefühl der Sicherheit und ein aufmunternder Blick der Erzieherin regt das Kind an, zu vielfältigen Explorationen seiner Umwelt aufzubrechen. Ein besonders wichtiger Schritt ist, wenn das Kind die Bezugspersonen in seine Handlungen einbezieht und ein gemeinsames Zentrum der Aufmerksamkeit entsteht.

Kinder suchen von Anfang an nach Sinn und Bedeutung. Sie besitzen bereits sehr früh erstaunliche Fähigkeiten im Wahrnehmen und Denken. Schon mit sechs Monaten können sie Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge (z. B. wenn strampeln – dann Bewegung, wenn Schütteln einer Rassel – dann Geräusch) erkennen und erinnern. Bereits in diesem Alter sind sie in der Lage, Kategorien und Regeln (bekannte und unbekannte Lautfolgen ihrer Erstsprache) zu bilden und zu erinnern. Auch ein erstes Verständnis von Mengen entwickelt sich. Schon kleine Kinder haben ein intuitives Verständnis dafür, dass 1 plus 1 nicht 1 sein kann.

Die Entwicklung der Sprache katapultiert das Denken des Kindes weiter nach vorne. Jeder kennt die Neigung kleiner Kinder, unaufhörlich nach Ursachen zu fragen. Diese „Warum-Fragen“ (und ihre Antworten) sind wichtig, damit sich das Kind Ereignisse erklären, vorhersagen und sie damit letztendlich steuern kann. Das passiert bereits mit vier Jahren, wenn Kinder in der Lage sind, Hypothesen aufzustellen und zu überprüfen. „Die Sonne geht nachts schlafen“; „Meine Pflanze ist größer, weil ich älter bin“ sind Hypothesenbildungen von Kindern.

Kinder denken in Bildern und drücken sich über Bilder aus. Dieser Form bildhaften Denkens gilt es Raum zu geben, indem Kindern vielfältige Möglichkeiten geboten werden, ihre Gedanken und Ideen zum Ausdruck zu bringen. Dazu gehört nicht nur das Hervorbringen von Bildern über die Wirklichkeit, sondern gerade auch eine Art von Nachdenken über Mögliches und Unmögliches. Daraus entwickeln sich Fantasien, Utopien und Visionen. In der ästhetisch-künstlerischen Gestaltung und beim Musizieren muss diese Form des Denkens ihren besonderen Platz und Ausdruck finden.

Was, wie, wodurch, warum, wozu? Der Prozess des Denkens muss unterstützt werden, um beispielsweise Phänomenen im Alltag und in der Natur auf die Spur zu kommen. Kinder treten in Beziehung zu ihrer Umwelt, indem sie beobachten, vergleichen und forschen. Dabei entwickeln sie – auch im Austausch mit anderen Kindern und Bezugspersonen – eigene Erklärungsmodelle.

Das Denken umfasst alle Fähigkeiten, die helfen zu erklären, zu strukturieren und vorherzusagen. Im Einzelnen geht es um das Bilden von Kategorien und das Finden und Anwenden von Regeln, um das Erfassen von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen, um schlussfolgerndes Denken und Problemlösen sowie um logisches Denken.

Damit das Kind all diese Fähigkeiten erlernen und erproben kann, braucht es eine Umgebung, die es dazu ermuntert. Es geht nicht darum, Fakten zu lernen, es geht um Denkweisen und Strategien, die es später beim Drachensteigen, beim Reparieren eines Fahrrads oder beim Verstecken eines Weihnachtsgeschenkes genauso braucht wie im naturwissenschaftlich-mathematischen Unterricht.

Im Bildungs- und Entwicklungsfeld „Denken“ wird eine Brücke gebaut zwischen den konkret kontext- und handlungsgebundenen Erfahrungen des Kindes und dem kindlichen Denken in Bildern und Symbolen. Naturphänomene, Technik und Mathematik sind Teil der kindlichen Lebenswelt und üben eine große Faszination auf Kinder aus. Erscheinungen der Natur, wie Jahreszeiten, Tageslängen, Sonnenscheindauer, Wachstum von Pflanzen, Tieren, Menschen sowie Erfindungen der Technik, wie der Wasserkocher, der Tacho im Auto und der Kilometerzähler am Fahrrad wecken das Bedürfnis, zu verstehen.

Kindliches Denken ist ganzheitliches Denken, deshalb ist es wichtig die Themen und Fragestellungen des Kindes nicht isoliert anzugehen, sondern die mathematischnaturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhänge als Ganzes zu betrachten und einzubetten in kindlichen Ausdrucksformen und sie sinnlich erfahrbar zu gestalten.


Ziele: Kinder

  • staunen über Alltags- und Naturphänomene und werden sprachlich begleitet und bestärkt,
  • sammeln verschiedene Dinge, wie Steine, Joghurtbecher, Blätter und Kastanien und andere Baumfrüchte,
  • haben Freude daran, zusammen mit anderen über Dinge nachzudenken,
  • beobachten ihre Umgebung genau, stellen Vermutungen auf und überprüfen diese mit verschiedenen Strategien,
  • systematisieren und dokumentieren ihre Beobachtungen,
  • erkennen Muster, Regeln, Symbole und Zusammenhänge, um die Welt zu erfassen,
  • entwickeln Mengenvorstellungen und erkennen Ziffern,
  • erstellen Pläne (z. B. Tagesplan, Plan eines Festes, Bauplan, Wegskizze, Spielplan),
  • stellen sich und ihrer Umwelt Fragen, auch philosophischer und religiöser Natur, und suchen nach Antworten,
  • experimentieren und verfolgen eigene mathematische und naturwissenschaftliche Vorstellungen,
  • experimentieren und verfolgen eigene Ideen im sprachlichen, künstlerischen und sozialen Bereich,
  • konstruieren und entwickeln eigene technische Ideen,
  • reflektieren Regelmäßigkeiten und Zusammenhänge,
  • geben ihren Gedanken, Vorstellungen, Träumen und Wünschen einen ästhetisch-künstlerischen Ausdruck.

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