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Enquêtekommission: "Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft – Berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung"

Auf Antrag aller im Landtag vertretenen Fraktionen wurde am 6. Oktober 2009 die Enquêtekommission "Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft – Berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung“ eingerichtet. Basierend auf einer umfassenden Bestandsaufnahme sollte das Gremium Grundlagen für Reformen bis zum Jahr 2030 aufzeigen. Oberstes Anliegen war und ist es, die Integrationskraft der beruflichen Schulen weiter zu stärken und den Fachkräftebedarf zu sichern. So sollte es einerseits darum gehen, leistungsschwächere Jugendliche durch gezielte Fördermaßnahmen noch besser in die Berufswelt zu integrieren und andererseits durch spezielle Angebote die beruflichen Schulen für leistungsstärkere Jugendliche noch attraktiver zu machen.

Nach einer Vielzahl von Anhörungen namhafter Expertinnen und Experten wurde am 15. Dezember 2010 der Abschlussbericht der Enquêtekommission vorgestellt. Als zentrale Handlungsfelder nannten die Kommissionsmitglieder folgende Herausforderungen:

  • Sicherung der Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung;Enquete
  • Weiterentwicklung passgenauer Bildungsangebote, damit alle Kinder und Jugendlichen mit ihren unterschiedlichen Talenten, Fähigkeiten und Interessen optimal gefördert werden;
  • Gewinnung von qualifizierten Fachkräften zur Sicherung des Wohlstands unseres Landes.

Insgesamt enthält der Abschlussbericht (www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/7000/14_7400_d.pdf) rund 50 Handlungsempfehlungen und 160 Einzelvorschläge für die Zukunft des beruflichen Schulwesens, der dualen Ausbildung sowie der allgemeinen und beruflichen Aus- und Weiterbildung. Das erste Maßnahmenbündel umfasst außerdem den weiteren Ausbau der beruflichen Gymnasien um 100 zusätzliche Klassen. Empirisch nachgewiesen ist, dass es den beruflichen Gymnasien erfolgreich gelingt, Jugendliche unterschiedlichster Herkunft zur Hochschulreife zu führen und so zur Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg beizutragen.

Für die Landesregierung bilden die Handlungsempfehlungen der Enquêtekommission die Leitlinie für die Weiterentwicklung des beruflichen Schulwesens. Erste Maßnahmen zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und zur Stärkung der Integrationsleistung der beruflichen Schulen wurden mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 auf den Weg gebracht. Hierüber informieren wir Sie in den einzelnen Beiträgen:

  1. Einführung von Ganztagsangeboten an den beruflichen Schulen:
    Durch eine Ausweitung des schulischen Angebotes von der Halbtagsschule hin zum Zeitmuster der Arbeitswelt soll der Lernerfolg wesentlich verbessert werden.

  2. Dualisierung der berufsvorbereitenden Schularten durch Betriebspraktika:
    Um Jugendlichen im Übergangssystem den Einstieg in das Berufsleben noch weiter zu erleichtern soll die Zusammenarbeit mit Betrieben weiter verstärkt werden.

  3. Individuelle Unterstützungssysteme für Jugendliche in den Berufsschulen:
    Durch den Ausbau von individuelle Unterstützungssystemen an der Berufsschule werden leistungsschwächere Jugendliche beim erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung unterstützt und somit Ausbildungsabbrüchen vorzeitig entgegen gewirkt.

  4. Einführung der Fremdsprache Englisch in der Berufsschule:
    Um den Auszubildenden einen erfolgreichen Berufsstart in einer globalisierten Welt zu ermöglichen, wird das Pflichtfach Englisch schrittweise eingeführt.

  5. Seminarkurs in allen beruflichen Vollzeitschularten:
    Aufgrund der selbstständigen Bearbeitung eines Themas werden die überfachlichen Kompetenzen und wichtige Schlüsselqualifikationen gefördert.

  6. Budget für die bedarfsgerechte Inanspruchnahme von Lehrerfortbildungen:
    Durch die Bereitstellung eines Fortbildungsbudgets für Schulen können beispielsweise hochkarätige fachspezifische Weiterbildungen für Lehrkräfte ermöglicht werden.

  7. Erprobung der Fremdevaluation durch externe Anbieter:
    Um ein marktkonformeres Modell zu erproben, werden Auswahlmöglichkeiten für die Durchführung der Fremdevaluation durch externe Institute ermöglicht.

  8. Inklusion an beruflichen Schulen:
    Durch den Aufbau eines Sonderpädagogischen Dienstes als Unterstützungssystem für das berufliche Schulwesen wird die UN-Konvention zur gemeinsamen Beschulung umgesetzt.

  9. Individuelle Förderung in beruflichen Bildungsgängen der Sekundarstufe II:
    Alle vorhandenen Begabungen der Schülerinnen und Schüler sollen sowohl im Unterricht wie auch außerunterrichtlich individuell gefördert werden.