PRESSEMITTEILUNG
Nr. 130/2007 29. November 2007
Bildungsnetzwerk soll Nachhaltigkeitsgedanken fördern
Landesregierung veranstaltet Symposium im Rahmen der Baden-Württemberg Woche zur UN-Dekade "Bildung für nachhalti-ge Entwicklung"
Kultusminister Helmut Rau, Umweltministerin Tanja Gönner und der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk: Jeder von uns kann einen Beitrag zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen leisten
„Mit dem Netzwerk 'Nachhaltig lernen' wollen wir erreichen, dass der Gedanke nachhaltiger Entwicklung noch stärker im Bildungssystem und im öffentlichen Bewusstsein verankert wird. Jeder von uns kann einen Beitrag zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen leisten.“ Dies erklärten Kultusminister Helmut Rau MdL, Umweltministerin Tanja Gönner und der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, aus Anlass des Symposiums "Zukunft gestalten - Bildung für nachhaltige Entwicklung in Baden-Württemberg" am Donnerstag (29. November) in Stuttgart.
Die eintägige Veranstaltung ist Teil der Baden-Württemberg-Woche zur UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". An der Weltdekade beteiligt sich die Landesregierung mit einem eigenen Aktionsplan, der 2005 vorgestellt wurde. „Vor zwei Jahren hatten wir uns vorgenommen, die vorhandenen Bildungsprojekte zur nachhaltigen Entwicklung besser zu koordinieren. Diesem Ziel sind wir mit der Gründung des Netzwerks „Nachhaltigkeit lernen“, an dem sich Einrichtungen aus allen gesellschaftlichen Bereichen beteiligen, einen großen Schritt näher gekommen.
Das wird dem Nachhaltigkeitsgedanken einen kräftigen Schub geben“, betonten Rau, Gönner und Hauk. Durch die Arbeit des Netzwerks soll nach den Worten der Minister erreicht werden, dass sich der Nachhaltigkeitsgedanke wie ein "roter Faden" durch die gesamte Bildungsarbeit in Baden-Württemberg zieht.
Rau: Nachhaltigkeit ist ein Leitthema in Bildungsplänen
Der Schule komme als Multiplikator eine herausragende Bedeutung zu, betonte Kultusminister Rau. „Die Schule ist der richtige Lernort, um jungen Menschen den verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen zu vermitteln. Die Kinder und Jugendlichen sollen lernen, in konkreten Situationen die Folgen ihres eigenen Handelns einzuschätzen." Nachhaltigkeit sei als Leitthema ein integraler Bestandteil der unterschiedlichen Fächer und Fächerverbünde an allen allgemein bildenden Schulen. Im zurückliegenden Schuljahr wurden Schulen befragt, welche konkrete Unterstützung sie sich bei der Umsetzung des Themas wünschen. Der Abschlussbericht werde im kommenden Frühjahr vorgelegt. Bereits jetzt seien Schulen mit eigenen Projekten aktiv. Rau und Gönner verwiesen in diesem Zusammenhang auf das laufende Schülermentoren-Programm im Bereich des Natur- und Umweltschutzes. Die Aktivitäten der Schülermentoren reichen von der Erarbeitung eines Energiesparprogramms für die Schule über die Anlage von Schulgärten bis zur Durchführung von Artenschutzaktionen.
Gönner: Bildung ist der Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung
„Wir haben den Ball, den uns die Vereinten Nationen mit der Bildungsdekade zugespielt haben, gezielt aufgegriffen. Die UN-Dekade sehen wir als Herausforderung und Chance, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) dauerhaft im Bildungssystem zu verankern“, sagte Umweltministerin Gönner. Bewusstseins-, motivations- und verhaltensbildende Maßnahmen seien genauso wichtig für einen verantwortungsvollen, nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Erde wie technische Innovationen. Deshalb spiele das Thema BNE in der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg auch eine zentrale Rolle. „Ich bin optimistisch, dass es uns im Zuge der Dekade gelingen wird, dem Thema die nötige Breitenwirkung im Bildungssystem zu verschaffen“, erklärte Gönner. Bildung für nachhaltige Entwicklung sei in Baden-Württemberg kein neues Thema. „Wir fangen also keineswegs bei Null an, sondern ganz im Gegenteil:
Wir können auf einem soliden Fundament aufbauen. Es gibt bereits vielfältige Aktivitäten, staatlicherseits aber auch von nichtstaatlichen Akteuren wie den Umwelt- und den entwicklungspolitischen Verbänden“, betonte Gönner.
Hauk: Die Unterstützung der gesellschaftlichen Akteure in allen Bildungsbereichen ist eine der wichtigsten Strategien der Bildungsdekade
“Bildung für nachhaltige Entwicklung betrifft jeden. Dies spiegelt sich schon in der Themenvielfalt wider, angefangen beim Natur- und Umweltschutz, dem Ressourcen- und Flächenverbrauch bis hin zum Konsum und Lebensstil. Wir müssen die Bildungs-dekade als Herausforderung und Chance nutzen, um nachhaltiges Denken und Handeln dauerhaft in allen Bildungsbereichen zu verankern“, betonte Minister Hauk. Dies erfordere eine kontinuierliche Information und Qualifikation der amtlichen und ehrenamtlichen Akteure. Deshalb werde von Seiten des Landes zusammen mit der Stiftung Naturschutzfonds ein Aktionsplan herausgeben, das Netzwerk "Nachhaltigkeit Lernen" berufen, eine landesweite Internetplattform geschaffen, zentrale Symposien organisiert und Modellvorhaben gefördert. Als Beispiele können sowohl das Zertifikat Waldpädagogik, eine berufsbegleitende Fortbildung in der Waldpädagogik, die Ausbildung von Naturführern in LIFE-Projekten als auch die Handreichungen "Umwelterziehung und Nachhaltigkeit" genannt werden. Diese werden von den drei beteiligten Ressorts und der Stiftung Naturschutzfonds herausgegeben und von erfahrenen Lehrerinnen und Lehrern mit fachlicher Unterstützung der Ressorts erstellt. Vorrangig werden dabei die Schülerinnen und Schüler bei ihrem Konsumverhalten mit Themen abgeholt wie zum Beispiel die Tomaten im Ketchup, nachhaltiger Tourismus, Kosmetik und Textilien.

