Schulische Qualitätsdokumentation – damit Schulentwicklung nicht zur Sisyphusarbeit wird
Donnerstag, 24. Februar 2011, am Landesstand
- von 13.30 bis 14.15 Uhr: Schulische Qualitätsdokumentation – Bindeglied zwischen Qualitätsentwicklungsprozess der Schule und Fremdevaluation an allgemein bildenden Schulen
- von 14.30 bis 15.15 Uhr: Evaluation der Fremdevaluation an allgemein bildenden Schulen
Funktion und Nutzen
Schulische Qualitätsdokumentation hat als Bestandteil schulischen Qualitätsmanagements zweierlei Funktionen. Zunächst hat sie zum Ziel, die schulische Qualitätsentwicklung zu unterstützen und zu sichern, indem sie Informationen und Systemwissen personenunabhängig dokumentiert und den Beteiligten jederzeit zugänglich macht. So erleichtert sie die Orientierung an der Schule und gibt den Beteiligten auf diese Weise Klarheit und Sicherheit. Sie ist für alle Mitglieder eines Kollegiums, insbesondere für Neue, ein praktisches Nachschlagewerk zur Information über wichtige Gegebenheiten und Vereinbarungen an der Schule, sie sichert das Wissen von schuleigenen Expertinnen und Experten für bestimmte Aufgaben bei deren Wechsel oder Ausscheiden, macht Entwicklungsprozesse transparent und trägt zu einer Erhöhung von Verbindlichkeit und der Identifikation mit der Schule bei.
Neben der Funktion der Unterstützung interner Entwicklungsprozesse hat die Dokumentation auch eine Nachweisfunktion und dient der Rechenschaftslegung gegenüber anderen am Schulleben Beteiligten wie Eltern, Schulaufsicht oder externen Stellen.
Systematik der Dokumentation
Schulische Qualitätsdokumentation definiert sich über ihren Nutzen für die jeweilige Schulgemeinschaft und ist somit hinsichtlich ihres Umfangs sowie der Form und Ausführlichkeit der Darstellung schulspezifisch unterschiedlich. Es liegt in der Entscheidung der einzelnen Schule, nach welcher Systematik sie ihre Qualitätsdokumentation anlegt. Mögliche Systematiken finden sich für allgemein bildende Schulen in der neuen Handreichung des Landesinstituts "Schulische Qualitätsdokumentation (Schulportfolio)“, die ab März 2011 unter
www.schulportfolio.info zum Herunterladen bereitsteht. Hinweise zum Qualitätshandbuch für berufliche Schulen liefert die gleichnamige Handreichung im Handbuch OES, zugänglich in der Webdatenbank unter
www.oes-bw.de.
Dokumentationsformen
Schulspezifisch ist auch zu entscheiden, in welcher Form die schulische Qualitätsdokumentation abgelegt wird. Hier reichen die Möglichkeiten von der Papierform über digitale Dateiordnerstrukturen mit Verlinkung bis hin zu webbasierten Formen mit CMS (Content Management System) oder Wiki. Für das "Schulportfolio Baden-Württemberg“ stellt das Landesinstitut für Schulentwicklung auf einer Begleit-CD zur neuen Handreichung entsprechende digitale Vorlagen (Schu-Q-link, Schu-Q-Zilo und Schu-Q-Wiki) zur Verfügung. Die Handreichung des Landesinstituts "Software zur Unterstützung der QM-Dokumentation an beruflichen Schulen - Bestandsaufnahme" liefert einen Überblick über die an beruflichen Schulen häufig verwendeten Softwarelösungen und soll die Schulen bei der Produktauswahl unterstützen.
Erstellung und Pflege
Für eine systematische Qualitätsdokumentation ist es notwendig, dass einzelne Personen oder Gruppen verantwortlich sind und die Arbeit kontinuierlich begleiten. Aufgaben und Befugnisse sollten jeweils geklärt werden (beispielsweise durch einen Projektauftrag der Schulleitung oder durch ein Mandat der Gesamtlehrerkonferenz). Je nach Schulgröße wird die Anzahl der verantwortlichen Personen variieren. Hilfe und Unterstützung bei der Erstellung, Umsetzung und Pflege der schulischen Qualitätsdokumentation erhalten Schulen in Baden-Württemberg von den Fachberaterinnen und Fachberatern Schulentwicklung und durch die oben genannten Handreichungen.
Bindeglied zur Fremdevaluation
Die Dokumentenanalyse der schulischen Qualitätsdokumentation ist eines von mehreren Datenerhebungsverfahren bei der Fremdevaluation. Darüber hinaus dient sie der effizienten und zielgerichteten Planung des Evaluationsbesuchs. Nicht alle in einer schulischen Qualitätsdokumentation enthaltenen Unterlagen sind für die Fremdevaluation relevant und notwendig. Das Evaluationsteam des Landesinstituts für Schulentwicklung benötigt daher bei der Fremdevaluation einer Schule lediglich einen Auszug aus der schulischen Qualitätsdokumentation, um im Vorfeld des Schulbesuchs einen ersten Einblick in die Arbeit der jeweiligen Schule zu bekommen und einen Überblick über die verschiedenen Phasen beziehungsweise Bereiche ihrer Qualitätsentwicklung zu erhalten.
Über die Gliederung des Auszugs sowie über das Verfahren der Fremdevaluation finden sich Informationen für allgemein bildende Schulen unter
www.schule-bw.de/entwicklung/qualieval/qualiabs und für berufliche Schulen unter
www.schule-bw.de/entwicklung/qualieval/evabs/.
Ute Schoppmann, Landesinstitut für Schulentwicklung Stuttgart.

