SCHULARTÜBERGREIFEND
  • 07.09.2018

Weltalphabetisierungstag 2018

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann: Wir müssen gegensteuern, um Menschen mit Schwächen im Lesen und Schreiben vor Arbeitslosigkeit zu schützen und ihnen Aufstiegs- und Erfolgschancen zu bieten

Zum morgigen Weltalphabetisierungstag (8. September) erinnert Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann daran, dass das Lesen und Schreiben in Baden-Württemberg von rund einer Million Menschen nur schlecht beherrscht wird. Sie können zwar einzelne Buchstaben, aber keine ganzen Sätze lesen. „Gerade in Zeiten der Digitalisierung ist es für Erwachsene ungemein wichtig, Texte gut lesen und verstehen zu können. Unsere Gesellschaft muss deshalb gegensteuern, um Menschen mit Schwächen im Lesen und Schreiben vor Arbeitslosigkeit zu schützen und ihnen Aufstiegs- und Erfolgschancen zu bieten“, sagt die Ministerin.

Lernangebote zur Alphabetisierung und Grundbildung

Zur Alphabetisierung und Grundbildung bietet das Kultusministerium seit 2015 Kurse an zehn Standorten an. Rund 600 Erwerbstätige haben an den Lernangeboten bereits teilgenommen. „Wir möchten den Betroffenen Mut machen und ihnen zeigen, dass sie es schaffen können, ihre Schwächen im Lesen und Schreiben auszugleichen. Das ist der erste Schritt, um sich beruflich weiterbilden zu können“, betont Eisenmann. Bisher wurden die Kurse aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von insgesamt 1,2 Millionen Euro finanziert. Damit die Kurse nahtlos weiterlaufen können, hat das Kultusministerium beim Finanzministerium für den anstehenden Nachtragshaushalt 2019 einen Bedarf von einer halben Million Euro angemeldet. „Die Regierungsfraktionen stehen voll dahinter, das kriegen wir hin“, freut sich die Ministerin.

Integration durch Alphabetisierung

Für zugewanderte Menschen bietet das Kultusministerium das „Bildungsjahr für erwachsene Flüchtlinge mit wenigen oder keinen Lese- und Schreibkenntnissen“ (BEF Alpha) an. In diesem Jahr laufen mit 32 Kursen und rund 500 Teilnehmenden doppelt so viele Kurse wie im letzten Jahr. „Analphabeten unter den Flüchtlingen erhalten durch BEF Alpha bessere Startbedingungen für ihre Integration und sollen dadurch ihren neuen Alltag selbstständig bewältigen können“, sagt Kultusministerin Eisenmann. Geflüchtete Frauen mit Kindern seien dabei besonders auf Unterstützung angewiesen. Um ihnen die Teilnahme am Bildungsjahr zu ermöglichen, bieten 18 der 32 Standorte seit kurzem eine Kinderbetreuung an. Die Kosten für das Gesamtprojekt trägt das Bundesbildungsministerium (BMBF) im Rahmen der Bildungsketten-Vereinbarung des Landes mit dem Bund.

Weitere Informationen:

Das Kultusministerium gründete am 22. November 2017 den Landesbeirat für Alphabetisierung und Grundbildung Baden-Württemberg. In ihm haben sich neben dem Kultusressort auch die Landesministerien für Soziales, Wirtschaft, Wissenschaft und Ländlicher Raum sowie 23 weitere Institutionen, Verbände und Interessenvertretungen zu einem Bündnis vereint. Die Mitglieder haben sich verpflichtet, die Alphabetisierung und Grundbildung von Erwachsenen im Land gemeinsam voranzubringen.

www.fachstelle-grundbildung.de

 

 

 

 

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