Regionale Schulentwicklung

Hintergrund und Ziele

Warum braucht Baden-Württemberg eine regionale Schulentwicklung?

Baden-Württemberg steht im Hinblick auf die Weiterentwicklung seiner Bildungslandschaft vor erheblichen Herausforderungen. Eine davon ist die Anpassung der Schulstrukturen an die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen, dabei vor allem an den demografischen Wandel und das veränderte Schulwahlverhalten. Diese Veränderungen lassen sich schon seit längerem deutlich in den Statistiken ablesen.

So gibt es bei den Werkrealschulen/Hauptschulen seit über einem Jahrzehnt einen starken Rückgang bei den Übergangszahlen von der Grundschule. Sie haben sich zwischen den Jahren 2001 und 2011 von rund 40.300 auf etwa 23.800 fast halbiert. Der Rückgang hat sich durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung beschleunigt. 2013 lag die Zahl der Übergänge von den Grundschulen auf die Werkrealschulen/Hauptschulen bei rund 11.100.

Welche Ziele verfolgt die regionale Schulentwicklung?

Wichtigstes Ziel der regionalen Schulentwicklung ist es, allen Schülerinnen und Schülern in zumutbarer Erreichbarkeit von ihrem Wohnort einen Bildungsabschluss entsprechend ihren Begabungen und Fähigkeiten zu ermöglichen. Gleichzeitig geht es darum, im Interesse aller Beteiligten langfristig leistungsstarke und effiziente Schulstandorte zu sichern, gerade auch in ländlichen Gebieten. Es sollen Schulen geschaffen werden, die aufgrund ihrer Größe sehr gute pädagogische Bedingungen bieten und langfristig effizient arbeiten können. So können große Schulen unter anderem vielfältigere pädagogische Angebote schaffen, etwa in Hinblick auf Wahlmöglichkeiten, als kleine Schulen. Auch können Personalengpässe, etwa bei Erkrankung einer Lehrkraft, an großen Schulen besser ausgeglichen werden.

Die genannten Ziele sollen im Rahmen der regionalen Schulentwicklung dadurch erreicht werden, dass künftig vom Abschluss her gedacht wird. Es soll darauf ankommen, welcher Bildungsabschluss angestrebt wird, nicht darauf, an welcher Schulart. Weiter soll durch die regionale Schulentwicklung eine Annäherung der Schularten ermöglicht werden. Angestrebt wird im Bereich der allgemein bildenden Schulen ein Zwei-Säulen-System mit dem Gymnasium auf der einen und einem auf der Grundschule aufbauenden integrativen Bildungsweg auf der anderen Seite. Schließlich sieht die regionale Schulentwicklung die Festlegung von Mindestschülerzahlen vor.

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